RSS Stasi 2.0 - alte Zeiten im neuen Format?

verfasst 06.03.2009 von MediaCix | kurze URL: /t614 | 2 Kommentare

Stasi 2.0 - alte Zeiten im neuen Format?

Wenn man sich mal alles so in Ruhe durch den Kopf gehen läßt, könnte man denken, man ist wieder in alten Zeiten angekommen - allerdings mit neuen Methoden und Möglichkeiten. Das BKA suchst Nachwuschs-Spitzel per Arbeitsagentur, scannen von Auto-Kennzeichen, Video-Überwachung am Arbeitsplatz, Video-Überwachung auf der Strasse, Video-Überwachung in der eigenen Wohung, elektronische Gesundheitsdkarten, elekronischer Ausweis, Abhören von Telefonaten, Online-Durchsuchungen von Rechnern, Handy-Ortung, neue lebenslange Steuernummern, Sammeln von Kundendaten ... hab ich was vergessen?

Im Prinzip besteht eine volle Kontrolle von der Wiege bis zur Bahre. Und wer weis, irgendwann wird auch der Leichensarg durch einen Scanner gezogen. So makaber wie es klingt, aber die nächste Generation darf sich auf einiges vorbereiten. Jedenfalls warte ich schon auf den großen Knall, wenn die Bürger irgendwann die Schnautze voll davon haben.

Terror hin oder her, eine Grenze der Reglungen wird es vermutlich nie geben. Und solange man den Begriff Terror nutzen kann, wird fleißig weiter überwacht, beobachtet und observiert. Und wenn man als ehemaliger Ostrler darüber nachdenkt, findet man altbekannte Methoden im neuen Format wieder und manchmal ist es wie ein Deja Vu. Auch früher wurde schon fließig abgehört, überwacht, observiert, Briefe und Pakete durchleutet was das Zeug hält. Gut das es heute Terroristen gibt, die eine Gesetzt-Änderungen einen Grund geben und dann scharf an den Grundrechten kratzen können.

Nun stellt euch mal vor, wie es in 100 Jahren sein wird. Nein, diese Zeit werd ich Gott sei Dank nie erleben - ist auch besser so. Vermutlich kann man dann ohne Augen-Scann gar nicht mehr aus dem Haus gehen. Haustüren lassen sich nur noch mit Chip-Karten oder per Finger-Abdruck öffnen - geile neue Welt.

Achja, hatte ja ganz vergessen das all diese Maßnahmen wegen der hohen Terrorgefahr notwendig ist. Deutschland könnte natürlich auch mal die Füße stillhalten und keine Soldaten in andere Länder schicken und an eigenen Problemen im Land arbeiten, und dann würde es keine Terrorgefahr geben. Und hätte man den ganzen EU-Wahnsinn nicht begonnen, wären heute an ehemaligen Grenzen immer noch Kontrollen. Was für eine verückte Zeit ...

Vielleicht sollte man in Zukunft aufpassen was man kauft. In Autos können Bordcomputer alles aufzeichnen, in elekronischen Heim-Geräten könnten Wanzen eingebaut sein. Handys zeigen ständig die aktuelle Position wo man sich gerade befindet. In Rechner ist ein Bundestrojaner gleich mit installiert (Agent im Bios) - praktisch Zubehör wie der IE beim Windows.

bisherige Kommentare

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07.03.2009
[Jan DNS205] meint dazu:
Was will man noch erwarten? Ich glaube, von Benjamin Franklin stammt die Aussage, man müsse sich die Freiheit jeden Tag neu erkämpfen und dürfe sie nicht als selbstverständlich gegeben hinnehmen. Recht hat er, besonders weil es Menschen wie unseren Bundesinnenminister gibt, die vermutlich davon überzeugt sind, das ihre restriktiven Gesetzesvorlagen und Einschnitte in den freiheitlichen Rechten des Bürgers wirklich der Demokratie dienen. Ich persönlich habe keine Angst vor Terroristen. Ich brauche keine Überwachung des Internet, keinen e-Pass und elektronischen Ausweis, keine eGK und keine tollen Zertifikate für "sicheres" Einkaufen im Internet, verankert auf irgendeiner der Karten und von mir jährlich zu zahlen.
Ich brauche keine Kameras überall, wünsche mir statt dessen mehr kompetente Polizisten auf der Straße, mehr Investitionen in Justiz und für mehr Richter und Staatsanwälte, die kompetent sind und Straftäter schnell anklagen. Nein, der Staat macht sich zum Handlanger für zweifelhafte Abmahner und zweifelhafte Methoden der Medienindustrie, während jugendliche Schläger und Randalierer Monate auf eine Gerichtsverhandlung warten und schließlich nicht mal mehr wissen, weshalb sie verurteilt werden sollen.
Wozu will man, gestützt auf Listen vom BKA, Kinderporno-Seiten durch die Provider sperren lassen? In den vielen Jahren, die ich das Internet bereits nutze, bin ich nicht ein Mal (!) zufällig auf so eine Seite gestoßen. Wer wirklich so pervers ist und solche Inhalte sucht, wird sie auch finden, egal ob Webseiten gesperrt werden oder nicht. Für den zweifelhaften Nutzen gibt man dem Staat aber die Möglichkeit der weitergehenden Sperrung unliebsamer Webseiten in die Hand, was Zensur bedeuten würde.
Einige Politiker und Polizeifunktionäre hätten gern eine pauschale Videoaufzeichnung von jedem Bürger bei beliebigen Veranstaltungen, umgekehrt aber soll dem Bürger das Aufnehmen der Beamten verwehrt werden. Logisch, Polizisten sind schließlich perfekte Menschen, die niemals Fehler machen.
Es reicht offenbar nicht, das der Bürger bereits durch Industrie und Handel ausgespäht und gläsern gemacht wird. Der Staat will nur zu gern "Kompetenzen" an private Firmen auslagern, egal was bei Telekom und DB passiert ist. Kontrolle ist gut, (blindes) Vertrauen ist besser! Dumm nur, das der Staat ausgerechnet seinen Bürgern nicht vertraut.

Die Technik für das alles gibt es heute schon. Datenbanken müssen nur verknüpft werden, damit man den Bürger perfekt kontrollieren und überwachen kann. Eine Software zur Live-Zensierung von Audio- und Videomaterial wurde bereits in den USA von einer Firma vorgestellt. Erinnert ihr euch an den Film Running Man mit Arnold Schwarzenegger? Da wurden Gesichter von Personen live ausgetauscht. Prinzipiell sind derartige Manipulationen bereits heute möglich.
Digitales Kabel-TV mit Rückkanal ermöglicht personalisierte Werbung und Erfassung der Sehgewohnheiten des Zuschauers. Philips hat sich eine Technik patentieren lassen, die den Kanalwechsel während Werbepausen verhindert und den Vorlauf bei Aufzeichnungen unmöglich macht, damit man auch wirklich die Werbung schaut. Die Verknüpfung von Internet und TV gibt der Medienindustrie noch viel mehr Möglichkeiten in die Hand. Wer weiß denn wirklich, was bei proprietärer Hard- und Software, die der Otto-Normal-Nutzer kauft, ohne sein Wissen und seine Zustimmung geschieht?
Sicher könnte man hier von Paranoia sprechen, wenn nicht Erfahrungen zeigen, das macht- und geldgierige Menschen alle Mittel für ihre Ziele nutzen, die man ihnen in die Hand gibt.

2
02.04.2009
CIX88 meint dazu:
Klasse, Airbus und Bahn durchwühlen ganze Datensätze - man schreit nach Datenschutz. Das Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt durchsucht Zahlungen von 22 Millionen Kunden und keine Sau interessiertes - Komisches Land!

Das mit den Kinderporno-Seiten ist natürlich auch sehr witzig. Auch ich bin jetzt über 10 Jahre aktiv im Netz, bin aber bisher noch nie zufällig auf so eine Seite gestossen.

Am besten wir ziehen dem Internet den Stecker raus und Schäuble in einen Steinbruch - da kann er dann die Arbeiter überwachen :)

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