RSS Polizei ist mit Internet-Kriminalität überfordert

verfasst 11.12.2009 von Mario | kurze URL: /t841 | Kommentar schreiben

Polizei ist mit Internet-Kriminalität überfordert

Die Internet-Kriminalität nimmt von Jahr zu Jahr stark zu und BKA, Polizei und Gerichte sind schon lange nicht mehr Herr der Lage. Nach einigen Recherchen ergab sich das Resultat, dass es einfach zu wenig Mitarbeiter und qualifiziertem Personal gibt. Beweismaterial bleibt oft zu lange unbearbeitet liegen. Wenn heute ein Richter ein Urteil ausspricht, werden an anderer Stelle gleich wieder 200 neue Bilder von missbrauchten Kinder in das Netz hochgeladen. Zuviele unseriöse und dubiose Foren oder Chat-Räume die nicht mit Google & Co zu finden sind machen die Suche nicht einfacher. Man ist zwar schon mit Bilderkennung-Software unterwegs, aber so eine Software ist eben kein menschliches Auge. Internet wird schneller und schneller. Zugänge zum Internet werden einfacher und weiter ausgebaut - nun müssten die Behörden auch mal etwas nachziehen.

Teilweise wird behauptet, dass sich die Zahl von kinderpornografischen Bilder stark zugenommen hat. Und damit man nicht zufällig auf solche Seiten gelangt, hatte ja mal eine Familienministerin Ursula von der Leyen die geniale Idee der Sperrung von Websites. Ich bin jetzt weit über 10 Jahre im Netz aktiv, aber bisher bin ich noch nie zufällig auf solche Seiten gekommen. Es macht überhaupt keinen Sinn wenn man irgendwelche Websites sperrt, und die Täter an anderer Stelle 5 neue Seiten online stellen.

Ich bin der Meinung man braucht keinen Bundestrojaner oder sonstige Schnüffel-Software, vielmehr qualifiziertes Personal für gezielte Aufgabenbereiche und keine ehemalige Streifenpolizei die mit 2-Finger-Suchsystem ein Protokoll schreibt und nicht einmal weis was z.B. ein FTP-Zugang ist (alles schon selber erlebt). Natürlich müsste es auch wesentlich mehr Ermittler geben. Websites werden von Tag zu Tag mehr, da kann ein 20-Mann-Team nicht lange mithalten.

Es gibt aber auch noch reichlich Probleme im Bezug auf Zusammenarbeit mit anderen Ländern. Wenn polnische oder russische Provider auf Anfragen nicht reagieren, haben auch Kriminelle leichtes Spiel. Was nutzt eine Ermittlung wenn türkische Programmierer deutsche Websites hacken (kürzlich erst vorgekommen) und man nichts gegen die neuen EU-Mitglieder machen kann. Was nutzt es, wenn in Russland dutzend Server rumstehen wo geklaute deutsche Kundendaten von Websites oder Daten vom eigenen Rechner abgelegt werden (eigene Erfahrungen).

Es ist Zeit zum handeln - nicht für neue Diskussionen oder zeitaufwendige Studien.

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