Piraterie von Schiffen leicht gemacht
Immer wieder habe ich mich gewundert, wie die somalischen Piraten die exakte Positionen von Schiffen überhaupt finden, und das ganze auch bei Nacht. Dabei ist eine mögliche Lösung relativ nahe - dank AIS (Automatic Identification System). Da somalischen Piraten durch ihre Feldzüge auch viel Geld erpresst haben, haben sie auch die Mittel sich die notwendige Technik zu besorgen. Ich weis nicht ab welcher Baugröße, aber die meisten Schiffe senden im 160 Mhz Bereich ihre Navigations Daten aus. Diese Daten enthalten die aktuelle GPS-Positionen des Schiffes. Mit sogenannten AIS-Empfänger (Teaser-Bild) können diese Daten empfangen und mittels RS232-Verbindung auf einen Rechner dargestellt werden. Einfacher geht es kaum noch.
Für das Aussenden dieser Navigations Daten stehen zwei festgelegte Frequenzen zur Verfügung. Diese können und dürfen gar nicht geändert werden. Die Daten von Schiffen werden dabei in einen bestimmten Format (NMEA 0183) gesendet und ist vorgeschrieben. Solche Daten könnten z.B. so aussehen:
$GPRMC,191410,A,4735.5634,N,00739.3538,E,0.0,0.0,181102,0.4,E,A*19
Es werden aber nicht nur die Koordinaten gesendet, sondern auch die Kennung vom jeweiligen Schiff, und dank Google findet man dann schnell alle Infos zum Schiff selber. Teilweise werden auch Angaben zum Schiff gesendet wie z.B. Schiffsmaße und Schiffstyp.
Solche AIS-Sender arbeiten dabei meist mit 2Watt Sendeleistung und mit guter Antenne ergeben sich dann 10Watt Strahlungsleitung. Das hört sich jetzt zwar nicht viel an, aber die Wellenausbreitung auf dem Wasser ist wesentlich besser als auf Land. Mit guten Antennen lassen sich so Schiffe aus hunderten Kilometer Entfernung orten. Und mit Richtantennen (wären dann etwas größer) kann man noch besser diese AIS-Aussendungen empfangen.
Aber wie könnte nun die Piraten vorgehen?
Aus der Sicht als Funkamatuer wäre das relativ einfach umzusetzen. Auf dem Festland werden entsprechende Antennen und AIS-Empfänger aufgebaut. Und vielleicht hat einer im Dorf eine Internet-Verbindung was die Sache noch vereinfacht. Die getarnten Fischerboote sind mit Funkanlagen ausgerüstet, wechseln nach einen bestimmten Prinzip die Frequenz (um Peilungen zu erschweren) und übergeben die aktuelle Postionen vom Schiff. Das kleine Fischerboot hat dabei einen GPS-Empfänger mit an Bord und kann somit die übermittelten Daten mit seinen eigenen Daten vergleichen. Die Piraten können somit auch im dunklem exakt auf das gesuchte Schiff zusteuern.
Aber was bringt jetzt nun die Erkenntnis?
In den Küstenregion von Somalien würde ich den kompletten Frequenzbereich überwachen. Denn irgendwo müssen sich die getarnten Fischerboote mit dem Festland absprechen. Ob dort das Handy-Netz so gut ausgebaut ist, weis ich nicht, aber das könnte man Überwachen. Feststationen die sich mit Fischerbooten unterhalten werden nicht die Positionen in Klartext übermitteln, sondern mittels Code-Begriffe verschleiern. Hier würde ich sofort eine Dreieckspeilung machen.
Funkamatuere oder Leute die sich gut mit Antennen auskennen, können meist durch ansehen von Antennen beurteilen, für was die Antenne benutzt wird bzw. auch welchen Freqwenzen diese laufen. Auffällige Antennen im der Küstenregion wäre mein Anlaufziel.
Nun das sind alles nur Gedanken, die mir durch den Kopf gehen wenn Piraten bei Nacht ein Schiff aufsuchen. Es ist allerdings eine mögliche Erklärung wie sie arbeiten. Und wenn man weis wie sie arbeiten, dann könnte man sie vielleicht auch besser finden und festnehmen.
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