RSS Leben im Internet - Gedankenspiel: Twitter und Facebook

verfasst 04.02.2010 von MediaCix | kurze URL: /t927 | Kommentar schreiben

Leben im Internet - Gedankenspiel: Twitter und Facebook

Sind wir schon soweit um unser Gehirn restlos wegzutwittern? Eine lustige Frage über die man allerdings mal ernsthaft nachdenken sollte. Warum haben Menschen im Internet so ein großes Mitteilungsbedürfnis als im normalen Leben? Warum müssen Menschen jeden geistigen Querschläger der Öffentlichkeit präsentieren? Ist es Cool wenn wir mehr Zeit für Internet investieren als ein Spaziergang an der frischen Luft? Vielleicht ist es aber Cool wenn wir 80 Jahre alt sind, zurück blicken und feststellen „ohje, die meiste Zeit meines Lebens habe ich am Rechner verbracht” - dann ist es allerdings zu spät. Twitter und Facebook - schön das es euch gibt - wo man täglich das Resultat der noch aktiven Gehirnhälften in Texte quetschen kann.

Sind wir schon soweit fortgeschritten, dass wir unser komplettes Leben im Netz verbreiten müssen? Warum müssen junge Eltern ihren Nachwuchs im Form von Bildern, Texten und Videos, wie Obst und Gemüse im Internet zur Schau stellen? Jemand aus der Verwandtschaft ist verstorben - schnell mit MovieMaker ein Video gebastelt (trauern kann man ja später) und ins Netz gestellt. Ob der Tote nun die letzte Ruhe im virtuellen Raum findet? Meine letzte Ruhestaette - Youtube.

Dank Facebook und anderen Netzwerken haben wir nun ganz viele neue Freunde - toll. Was ist aber nun Freundschaft? Wie wird nun in Zeiten von Bits und Bytes das Wort „Freundschaft” definiert? Ist man nun ein Freund, wenn man sich Bilder und Texte hin und her schaufelt? Kann man überhaupt noch einen Menschen beurteilen wenn man sich permanent in „social network” bewegt? Kann es sein, dass wir leichtsinniger werden und uns von Bildern und Texten schnell täuschen lassen?

Es ist erstaunlich wie sich gestandene erwachsene Menschen mit dem reduzierten Medium (wenige als SMS-Texte) Twitter befassen. Aber was bewegt nun einen Menschen dazu sein Informationsbedürfnis in 140 Zeichen zu packen und auf kleinsten Raum zu verdichten? Ist es die Freiheit - frei von Nettiketten - frei seine Meinung sagen? Ist es das Bedürfnis immer präsent zu sein - eine wichtige Rolle spielen? Ist man auf dem besten Wege ein News-Junkie zu werden? Oder ist „Twittern” nur ein 140-Zeichen-Trend mit Gruppenzwang?

Wie ist das eigendlich mit Facebook? Nutzen Menschen diesen Dienst, weil sie sonst nichts zu sagen haben? Laut Wikipedia ist Facebook „eine Website zur Bildung und Unterhaltung”. Das Betrachten von anderen Profilen, hochladen von Bildern und Videos, Chatten usw. wird hier mit Bildung und Unterhaltung verglichen. Welche Form hat hier Bildung und welchen Stellenwert nimmt diese ein?

Fazit - gibt es überhaupt ein Fazit?
Ist die nächste Generation ohne Twitter oder Facebook überhaupt noch gesellschaftsfähig?
Wird die nächste Generation ohne Internet überhaupt noch überleben?

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